TOP Ö : Fernlinienbusbahnhof Breslauer Platz: Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung und Planung eines Alternativ-Standortes (0811/2009)
Änderungsantrag der SPD-Fraktion vom 27.09.2011

Bezirksbürgermeister Thiele stellt den Änderungsantrag der SPD-Fraktion zur Abstimmung:

Beschluss:

Die Bezirksvertretung Kalk bittet den Stadtentwicklungsausschuss, folgenden Beschluss zu fassen:

 

Das überarbeitete Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zum Betrieb eines Fernlinienbusbahnhofes in Köln wird zur Kenntnis genommen.

 

Die Bezirksvertretung Kalk lehnt den Standort „Frankfurter Straße – Gremberghoven“ ab. Sie ist der Auffassung, dass für einen Fernlinienbusbahnhof nur ein zentraler City-Standort in Frage kommt und somit der Breslauer Platz weiterhin die optimalsten Voraussetzungen auch aus Sicht der Buspassagiere darstellt. Neben der nicht optimalen Verknüpfung mit anderen Verkehrsträgern wird befürchtet, dass entgegen der Einschätzung der Verwaltung, die dezentrale Lage zu fehlender sozialer Kontrolle im Umfeld und damit zu geringer Akzeptanz führen wird.

Insbesondere für den Bereich des Gelegenheits- und Touristenverkehres sollte in jedem Fall eine zentral und verkehrsgünstig gelegene An- und Abfahrtshaltestelle im Innenstadtbereich vorgehalten werden, da eine vollständige Verlagerung dieser Verkehre an den Stadtrand nicht realistisch erscheint.

 

Darüber hinaus sollten die als Gewerbegebiet ausgewiesenen Flächen weiterhin für gewerbliche Zwecke zur Verfügung stehen, zumal regelmäßig beklagt wird, das im Kölner Stadtgebiet zu wenig Gewerbeflächen ausgewiesen sind.

 

Aus Sicht der Bezirksvertretung Kalk kann im Rechtsrheinischen nur ein Standort am Flughafen Köln/Bonn für eine ähnlich optimale Verknüpfung verschiedener Verkehrsträger, wie dies in der Innenstadt der Fall ist, sorgen. Daher wird die Verwaltung aufgefordert, weiterhin auf die im öffentlichen Besitz befindliche Flughafen Köln/Bonn GmbH einzuwirken, um eine integrierte Lösung an diesem Standort zu finden.

 

Der vorgeschlagene Alternativstandort „Frankfurter Straße – Gremberghoven“ wird insbesondere wegen der bereits heute hohen bis sehr hohen Verkehrsbelastung rund um die Frankfurter Straße in Gremberghoven und Ostheim abgelehnt, da dieser Bereich weder die aktuell zu erwartenden noch die prognostisch anwachsenden zusätzlichen Verkehre (z. B. durch Wegfall des Bahnmonopols bei Städteverbindungen) wird aufnehmen können.

Bevor in diesem Bereich an die Ansiedlung weiterer verkehrsträchtiger Strukturen auch nur gedacht werden kann, müssen die angesprochen Verkehrsprobleme großflächig gelöst werden.

 

Daher nimmt die Bezirksvertretung Kalk diese Vorlage zum Anlass, die Verwaltung mit der Erstellung eines umfassenden Verkehrskonzeptes für den gesamten Bereich Gremberghoven/Ostheim unter Einbeziehung des erweiterten Autobahnkreuzes Gremberg mit den Tangenten Vingster Ring und Porzer Ringstraße zu beauftragen.

 

In diesem Verkehrskonzept sollen insbesondere folgende Punkte berücksichtigt werden:

 

1.             Verkehre aus und in das Gewerbegebiet Airport-Business-Park, inklusive zukünftige Verkehre;

2.             Verkehre des Gewerbegebietes Hansestraße-Nord;

3.             Verkehre des Gewerbegebietes Hansestraße-Süd unter der Annahme, dass im Bereich der 187.Änderung des Flächennutzungsplanes mehrheitlich Speditionsverkehr stattfinden wird;

4.             Verkehre des Gewerbegebietes Rath/Heumar (Wikingerstraße);

5.             Verkehrssituation im Bereich Rösrather Straße/Frankfurter Straße/Ostheimer Straße;

6.             Anschlussstelle Gremberghoven der BAB 559;

7.             Anschlussstelle Rath/Heumar (BAB 59);

8.             Verkehre Maarhäuser Weg, Eiler Straße, Rösrather Straße in Richtung Anschlussstelle Königsforst der BAB 3;

9.             Verkehrsknotenpunkt Hochkreuz (Frankfurter Straße/Maarhäuser Weg/Steinstraße);

10.        Verkehre aus dem Gewerbegebiet Robert-Diesel-Straße über Theodor-Heuss-Straße/Frankfurter Straße;

11.        Verkehre aus dem Gewerbegebiet Humboldtstraße (REWE, KHD) über Theodor-Heuss-Straße und Steinstraße;

12.        Verkehre aus dem geplanten Bebauungsgebiet Langendahlweg;

13.        Berücksichtigung einer Führung von Verkehren über den Alten Deutzer Postweg, Vingster Ring, Gremberger Ring und Porzer Ringstraße;

14.        Berücksichtigung der geänderten Rechtsprechung zur Genehmigung von Buslinien im Fernverkehr; Aufhebung der Monopolstellung des Schienenverkehrs.

 

Insbesondere in der Steigerung der Leistungsfähigkeit des Alten Deutzer Postweges mit seiner unmittelbaren Anbindung an das Autobahnkreuz Gremberg sowie einer hindernisfreien Verkehrsführung über die Porzer Ringstraße sieht die Bezirksvertretung Kalk noch erhebliche Potentiale, um die Verkehrssituation im Porzer Norden sowie im Bereich Ostheim erheblich zu verbessern.


Abstimmungsergebnis:

Einstimmig bei Enthaltung des Bezirksvertreters Wiener (pro Köln) zugestimmt.