TOP Ö 4.2: Charta des Kölner Sports

Beschluss: ungeändert beschlossen

RM Uckermann hält die Zielsetzung des Antrages für unklar und fragt sich, wie die Verwaltung im Falle einer Beschlussfassung mit dem Antrag umgeht. Er sieht hier die Sportselbstverwaltung in der Verantwortlichkeit, sich um die Zielsetzungen des Antrages zu kümmern. Frau Dr. Klein bedankt sich ausdrücklich für die Antragstellung. Die Verwaltung wird diesen Antrag gerne annehmen, verbunden mit dem Ziel, die Umsetzung gemeinsam mit dem StadtSportBund anzugehen. Herr Dr. Steegmann bestätigt den Kontakt zur Sache mit Frau Dr. Klein und Frau Bartscherer, führt aber aus, dass die Leitgedanken der Antragstellung bereits in zahlreichen Satzungen der Sportselbstverwaltung vertreten und die Grundlagen ethischen Handelns vom Landessportbund im Ehrenkodex erhoben sind. Er hätte sich eine Behandlung im Rat der Stadt Köln gewünscht, mit dem Ziel, dass der Sport aufgrund seiner sozialen und gesellschaftlichen Bedeutung als Kulturgut anerkannt wird. In einer kurzen Diskussion mit Wortbeiträgen von RM Thelen, RM Breite, RM van Benthem, RM Philippi zeigt man sich interfraktionell tief bestürzt und hat kein Verständnis für die Einlassungen von Herrn Dr. Steegmann. Auf Nachfrage von RM van Benthem bestätigt Herr Dr. Steegmann, dass der StadtSportBund mit den Inhalten des Antrages einverstanden ist. Der StadtSportBund hätte sich nur eine andere Plattform gewünscht. RM Uckermann erklärt nochmals, dass die Ziele des Antrages Sache der Sportselbstverwaltung sind und bezeichnet den Antrag als läppisch. RM van Benthem erteilt RM Uckermann einen ersten Ordnungsruf und verwahrt sich dagegen, den Antrag als läppisch zu bezeichnen. RM Uckermann nimmt dies zur Kenntnis, verbunden mit der Aussage - Zitat:„ Ich weiß, Demokratie ist ne Sache, die Ihnen nicht so liegt.“ -  RM van Benthem erteilt daraufhin RM Uckermann den zweiten Ordnungsruf. RM Uckermann erklärt dazu – Zitat: „ von mir aus den Zweiten! Wir sind in der Sache ja geübt. Ich weiß, dass der Oberbürgermeister immer sehr freundlich ist im Aufheben solcher ungerechten Sachen. Auch wenn Sie heut’ mal ein bisschen Macht haben. Sie sind hier nicht der Vorsitzende des Sportausschusses. Sie sind heute, per Zufall dürfen Sie eine Sitzung leiten. Und schon führen Sie sich hier auf, es hat mit Demokratie…“ RM van Benthem unterbricht RM Uckermann und erteilt ihm den dritten Ordnungsruf, verbunden mit der Aufforderung, den Sitzungssaal zu verlassen. Erst nach nochmaliger Aufforderung verlässt RM Uckermann um 17:50 Uhr den Sitzungssaal. Herr Schulz bedauert, dass die Linken bei der Antragstellung nicht mit einbezogen worden sind, unterstützt die Charta und sieht  den Sport auch als Kulturgut. Herr Rüben unterstützt auch den Antrag und zeigt sich ebenfalls überrascht von den Einlassungen von Herrn Dr. Steegmann. Den Wunsch von RM Kretschmer, den Begriff „Kulturgut“ anhand der bestehenden rechtlichen Grundlagen nochmals exakt zu definieren, wird die Verwaltung aufgreifen.

Beschluss:

Die von der Initiative entworfene Charta des Kölner Sports soll für die Kölner Sportvereine als eine selbstverpflichtende Charta im Sinne eines sportübergreifenden Werte-Kodex mit folgenden Handlungsmaximen wirken:

o       Integration und Akzeptanz von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Identitäten in ihren jeweiligen Lebensformen mit ihren unterschiedlichen Stärken

o       Gleichwertige Behandlung aller und Förderung des gegenseitigen Respektes und gegenseitiger Anerkennung

o       Einbezug von Familie und Freunden ins Vereinsleben und Teilhabe an den Strukturen

o       Eintreten für fairen und „sauberen Sport“ ohne Manipulationen

o       Eintreten für ein präventives sowie transparentes Arbeiten und Verhalten bei Konflikten, (sexueller) Gewalt, Sucht, u.a., das geprägt ist von Respekt und Gerechtigkeit

Die Vereine sollen mit ihrem Beitritt zur Charta dokumentieren, dass im eigenen Verein Vorurteile und Diskriminierung bzgl. Religion, Geschlecht, Nationalität, ethnische Herkunft, Weltanschauung und sexueller Orientierung keinen Platz haben und somit moralische und ethische Werte geachtet werden.

Ziel dabei ist, dass alle Organisationen in Köln, die im Sport wirken, die künftige Kölner Sport-Charta als Ehrenkodex anerkennen.

Zusätzlich sollen führende Kölner Sportler als "Botschafter" gewonnen werden.

Die Initiative wird durch den Kölner Katholikenausschuss, die Kölner Aidshilfe, den Kölner Lesben- und Schwulentag und den DJK Sportverband koordiniert. Die Sportverwaltung wird gebeten, im Rahmen ihrer Möglichkeiten dabei behilflich zu sein.

 

 


Abstimmungsergebnis:

Einstimmig ohne Beteiligung von pro Köln zugestimmt