TOP Ö 9.2.8: Entwicklung und Ausbau der Grundschullandschaft in den Stadtteilen Porz, Urbach und Elsdorf

Nachtrag: 06.04.2016

Beschluss: Kenntnis genommen

Einhergehend mit der baulichen Entwicklung zur Schaffung neuen Wohnraums im Stadtbezirk Porz ist ein „mitwachsen“ der Bildungsinfrastruktur notwendig. Von erheblicher Bedeutung ist hier die wohnortnahe Versorgung mit Schulplätzen im Primarbereich. Vor diesem Hintergrund wird im Folgenden die aktuelle Planung im Grundschulbereich dargelegt.

 

Schulentwicklungsplanerische Stellungnahme für die Stadtteile Porz, Urbach und Elsdorf

 

Im Stadtteil Porz liegen die Gemeinschaftsgrundschulen Hauptstraße und Humboldtstraße (Don-Bosco-Schule). Im Stadtteil Urbach liegt die KGS Kupfergasse. In Elsdorf gibt es keine Grundschule

 

An diesen Schulen sind aktuelle folgende Aufnahmekapazitäten festgelegt:

 

Schulart

Schule

Zügigkeit

Kapazität nach Klassenstärke 23[1]

Max. Kapazität

Stadtteil Porz

 

 

GGS

Humboldtstraße (Don-Bosco-Schule).

3,5 Züge

69 bzw. 92 Plätze

81 bzw. 104 Plätze

GGS

Hauptstraße

3 Züge

69 Plätze

81 Plätze

Summe Stadtteil Porz

6,5 Züge

138 bzw. 161 Plätze

162 bzw. 185 Plätze

Stadtteil Urbach

 

 

KGS

Kupfergasse

4 Zug

92 Plätze

104 Plätze

Summe Stadtteil Urbach

4 Züge

92 Plätze

104 Plätze

Summe Stadtteile Porz, Urbach und

Elsdorf

10,5 Züge

230 bzw. 253 Plätze

266 bzw. 289 Plätze

 

Sofern die Klassenbildung an den Grundschulen auf Basis des mit der Inklusionsrunde vereinbarten maximalen Klassenbildungswertes von 25 im gemeinsamen Lernen erfolgen würde, ständen jährlich mindestens 250 Plätze in den Eingangsklassen zur Verfügung.

 

Ausgangspunkt für schulentwicklungsplanerische Überlegungen ist die voraussichtliche Entwicklung der Schüler- und Klassenzahlen in der Kommune. Für die kurz- bis mittelfristige Bedarfsermittlung werden regelmäßig aktualisierte Einwohnerdaten, die Entwicklung der Schülerzahlen und die schulrechtlich (veränderten) Rahmenbedingungen zueinander in Beziehung gesetzt und mit dem Bestand an Schulraum abgeglichen. Für die mittel- bis langfristige Bedarfseinschätzung (bis 2025) steht die kleinräumige Einwohnerprognose zur Verfügung.

 

Lt. Einwohnerprognose stellt sich die Entwicklung der einschulungsrelevanten Jahrgänge in den kommenden Jahren wie folgt dar:

 

 

Einschätzung zur Bedarfsdeckung:

 

Stadtteil Porz

Bisher ist vorgesehen, die Kapazitäten der Don-Bosco-Schule (GGS Humboldtstraße) auf 4 Züge anzuheben (vgl. Konkretisierung der Schulentwicklungsplanung Köln 2012, Session 1500/2012, S. 47). Im Zuge des Stadtentwicklungskonzeptes Porz-Mitte wurde für die GGS Hauptstraße für das neu aufzuteilende bzw. umzugestaltende Schulgrundstück ein Flächenbedarf von 10.000 m² berücksichtigt (Entwicklungskonzept Porz-Mitte, http://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/stadtentwicklung/entwicklungskonzept-porz-mitte, S.20). Diese Grundstücksgröße ist auf eine 4-Zügigkeit hin kalkuliert worden. Bisher ist für die Schule eine Generalsanierung bzw. ein Abriss / Neubau vorgesehen, mit der Erweiterungsoption von 3 auf 4 Züge.

Somit stehen in Porz nach der bisherigen Planung jährlich rd. 175 Plätze in den Eingangsklassen zur Verfügung. Bei einer maximalen Belegung der Klassen könnten bis zu 185 Schulneulinge aufgenommen werden.

Daher erscheint das Grundschulangebot in Porz auskömmlich, um die möglichen Einschulungen in Bezug auf die kleinräumige Einwohnerprognose aus dem Stadtteil „wohnortnah“[2] zu gewährleisten. In der Einwohnerprognose ist aufgrund von Wohnbaumaßnahmen ein rechnerischer Zuwachs von 1.664 Einwohnerinnen und Einwohnern für den Stadtteil Porz berücksichtigt.

 

Stadtteil Urbach

Es ist vorgesehen, die Kapazität der bislang 4-zügigen KGS Kupfergasse unter Einbeziehung des Altstandortes auf 5 Züge anzuheben. (vgl. Konkretisierung der Schulentwicklungsplanung Köln 2012, Session 1500/2012, S. 48). Die räumliche Umsetzung ist bereits erfolgt, so dass faktisch bereits 5 Züge untergebracht werden können, wenngleich die schulrechtliche Änderung noch aussteht.

Somit stehen in Urbach zurzeit jährlich rd. 125 Plätze in den Eingangsklassen zu Verfügung. Dies entspricht aufgrund der Schulgröße auch der maximal möglichen Belegung. Daher erscheint auch das Grundschulangebot in Urbach annähernd auskömmlich gestaltet, um mögliche Einschulungen aus dem Stadtteil „wohnortnah“[3] zu gewährleisten. In der Einwohnerprognose wird bedingt durch Wohnbaumaßnahmen mit einem Zuwachs von 50 Einwohnerinnen und Einwohnern für den Stadtteil Urbach gerechnet.

 

Stadtteil Elsdorf

Die Schülerinnen und Schüler aus Elsdorf werden hilfsweise vollständig der Grundschule Urbach zugerechnet. Im Stadtteil sind keinerlei Schulkapazitäten vorhanden, um die mögliche Einschulungen in Bezug auf die kleinräumige Einwohnerprognose aus dem Stadtteil „wohnortnah“[4] gewährleisten könnten. Die Einwohnerprognose weist jedoch aufgrund von Wohnbaumaßnahmen einen Anstieg um insgesamt rd. 1.080 Einwohnerinnen und Einwohnern für den Stadtteil Elsdorf auf.

 

Fazit

 

Zur Deckung des vorgehend beschriebenen, zu erwartenden Grundschulbedarfs in den Stadtteilen Urbach, Porz und Elsdorf sind Maßnahmen zur Anpassung der vorhandenen Schullandschaft unbedingt erforderlich. Ziel sollte dabei sein, wenn möglich, die Klassenfrequenzen am kommunalen Klassenbildungswert von 23 zu orientieren. Das bedeutet, dass die derzeitige Mindestkapazität von 230 Plätzen um 4 Züge erhöht werden müsste, um über 320 Plätze anbieten zu können und so der prognostizierten Einschulungserwartung ab 2020 entsprechen zu können. Um eine langwierige Grundstückssuche für einen Grundschulneubau zu vermeiden, sollten die bestehenden Schulstandorte in den Fokus rücken, die am ehesten zur Bedarfsdeckung für die wachsenden Stadtteile Elsdorf und Porz in Frage kommen.

Vorrangig ist daher kurzfristig eine Erhöhung der Aufnahmekapazitäten in den Stadtteilen Urbach und Elsdorf zu erreichen. Hier besteht die Möglichkeit, die Kapazität der KGS Kupfergasse unter Einbeziehung des Altstandortes auf 6 Züge aufzustocken. Dies erscheint aufgrund der Standortbedingungen recht „zeitnah“ möglich zu sein. Die schulrechtliche Änderung der Zügigkeit könnte bei gesichertem Fertigstellungstermin in einem kombinierten Planungs- bzw. Baubeschluss erfolgen.

Zeitgleich sollten Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die Kapazität der Don-Bosco-Schule zu erhöhen. Abweichend von der bisherigen Planung erscheint es sinnvoll, die Kapazität unmittelbar auf 5 Züge zu erhöhen. Zur Umsetzung dieser Konzeption sollte eine Verlagerung und ein vollständiger Neubau für die Don-Bosco-Schule auf dem gegenüberliegenden Grundstück Bonner Straße vorgesehen werden. Dadurch könnten zeitaufwändige Verhandlungen mit dem ÖPP-Betreiber, einschließlich des juristischen Procedere zur Änderung der bestehenden Verträge, am bisherigen Standort vermieden werden. Die nach dem Umzug frei werdenden Räume könnten dann durch die Max-Planck-Realschule genutzt werden, so dass dem ÖPP-Betreiber kein Nachteil entsteht.

 

Die Schulgebäude am Standort Bonner Straße sind nach Information von IV/2 so marode, dass lediglich ein Abriss und Neubau wirtschaftlich wäre. Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll das rd. 22.000 m² große Grundstück neu zu beplanen. Dabei könnte im südlichen Bereich eine 5-zügige Grundschule mit einer Schülerzahl um die 500 Schülerinnen und Schülern und im nördlichen Bereich eine 3-zügige, weiterführende Schule mit um die 490 Schülerinnen und Schüler entstehen. Bei Umsetzung dieses Konzepts würden je Schülerin und Schüler rechnerisch gut auskömmliche rd. 22 m² Grundstücksfläche zur Verfügung stehen.

Allerdings müsste im Vorfeld noch geklärt werden, wie die Kopernikusschule in der Zeit des Abrisses und des Neubaus untergebracht werden könnte, da die Konzeption nach Einschätzung von IV/2 zeitnah umgesetzt werden sollte.

Durch die beiden vorgeschlagenen Maßnahmen ließe sich der ermittelte Bedarf von 4 zusätzlichen Grundschulzügen schaffen. Dennoch sollte der für die GGS Hauptstraße vorgesehene neue oder veränderte Grundstückszuschnitt vorsichtshalber so dimensioniert werden, dass bei weiterem zukünftig entstehendem Bedarf, wie bisher schon vorgesehen, eine Erweiterung von 3 auf 4 Züge möglich wäre.

 

Vorbereitungsklassen

 

Im Zuge der internationalen Migration und der Mobilität innerhalb Europas ergeben sich für die Stadt Köln steigenden Zuzugszahlen. Neben der Wohnsituation stellt insbesondere die Erfüllung der Schulpflicht für Kinder und Jugendliche, die ohne oder nur mit rudimentären Deutschkenntnissen nach Deutschland kommen und darüber hinaus in manchen Fällen noch nicht alphabetisiert sind, eine besondere Herausforderung dar. Für diese Schülergruppe werden eigens Vorbereitungs- oder Auffangklassen gebildet. Zwar gilt auch für diese Schülerinnen und Schüler der Grundgedanke der Inklusion. Dennoch ist es derzeit noch in vielen Fällen erforderlich, sie zunächst zu „eigenen Klassenverbänden“ zusammen zu fassen, um sie insbesondere sprachlich fördern zu können. Zudem erfolgt der Zuzug ungesteuert und über das ganze Jahr verteilt.

Vor dem Hintergrund steigender Bedarfszahlen sind auch die Grundschulen verpflichtet, ihren Beitrag leisten, um zugewanderten Schülerinnen und Schüler einen Einstieg in das deutsche Schulsystem zu ermöglichen. Um die Beschulung von schulpflichtigen Zuwanderern weiterhin sicher zu stellen, ist es erforderlich, an so vielen Schulstandorten wie möglich zumindest einen Klassenraum für eine Vorbereitungs- bzw. Auffangklasse vorzuhalten.

Aus diesem Grund sollte auch an den nun zur Erweiterung oder zum Neubau anstehenden Schulstandorten Raumkapazität nach Bedarf, mindestens jedoch ein Klassenraum für die Beschulung einer Vorbereitungs- bzw. Auffangklasse eingeplant werden.

 

 



[1] Kommunaler Klassenbildungswert

[2] Im Sinne eines Grundschulplatzes im Wohn-Stadtteil

[3] Im Sinne eines Grundschulplatzes im Wohn-Stadtteil

[4] Im Sinne eines Grundschulplatzes im Wohn-Stadtteil