Zusatz: Gäste:
Herr Remagen, IG Neumarkt
Herr Dr. Rau, Dezernent für Soziales, Integration und Umwelt
Frau Dahlheim, Gesundheitsamt
Herr Breetzmann, Amt für öffentliche Ordnung
Herr Jesse, VISION e.V.,Verein für innovative Drogenselbsthilfe

Die Vertreter der Interessengemeinschaft Neumarkt (Herr Remagen, Frau Ewers, Herr Köhler) berichten über die Zustände am Neumarkt und ihr Anliegen. Nach ihrer Ansicht würden die Belange der Anwohner nicht ausreichend berücksichtigt. Sie halten die Einrichtung eines Drogenkonsumraums an der geplanten Stelle für nicht geeignet, da sie befürchten, dass die Belastungen für die Anlieger dadurch schlimmer würden.

Herr Vincon (Grüne) erklärt, dass die Bezirksvertretung Innenstadt die Einrichtung eines Konsumraums angestoßen habe, da die Problematik am Neumarkt seit langem bekannt sei und eine Lösung dringend erforderlich sei.

Herr Uerlich (CDU) teilt mit, dass auch seine Fraktion die Einrichtung eines Konsumraums im Umfeld des Neumarkts unterstütze. Ob der konkrete Standort tatsächlich der Richtige sei, müsse aber in enger Abstimmung mit der Bürgerschaft und der Bezirksvertretung abgewogen werden. Herr Leitner ergänzt, dass die CDU-Fraktion den aktuell in Frage stehenden Standort an der Thieboldsgasse für nicht geeignet halte.

Frau Dr. Börschel (SPD) erklärt, dass es der Bezirksvertretung wichtig ist, dass das Konzept nicht nur die Situation am Neumarkt, sondern auch andere dezentrale Lösungen und ein Beschwerdemanagement betrachtet.

Frau Oberbürgermeisterin Reker erklärt, dass die Verwaltung eine sorgfältige Standortuntersuchung vorgenommen habe und auch nach Auffassung aller Experten zu dem Schluss gelangt sei, dass der ausgewählte Standort für einen Drogenkonsumraum geeignet sei. Leider gebe es für diesen Standort keine geeignete Alternative.

Herr Dr. Rau (Dezernent für Soziales, Integration und Umwelt) erklärt, dass 2016 ein sehr umfangreiches Suchtkonzept in Abstimmung mit dem Landesministerium erarbeitet worden sei. Für den geplanten Konsumraum habe die Verwaltung bereits sehr frühzeitig die Anlieger beteiligt, noch bevor ein Mietvertrag abgeschlossen worden sei. Für den Betrieb sei vorgesehen, einen Beirat einzurichten, um die Auswirkungen beobachten und bewerten zu können.

Herr Jesse (Verein für innovative Drogenselbsthilfe) erklärt, dass die Einrichtung eines Drogenkonsumraums im Umfeld des Neumarkts erforderlich sei, da sich dort eine Vielzahl von Menschen aufhalten, die nur im öffentlichen Raum Drogen konsumieren können. Nur so könne eine Anbindung an das öffentliche Hilfesystem erreicht werden. Daher müsse ein Konsumraum auch die Möglichkeit des Aufenthalts bieten. Drogenkonsumräume hätten sich seit vielen Jahren bewährt.

Herr Hupke plädiert dafür, ein Angebot für die Drogenszene am Neumarkt zu unterstützen. Man werde die dort seit Jahren herrschenden Probleme sonst nicht in den Griff bekommen.

Frau Reker unterstützt dies und erklärt, dass dringender Handlungsbedarf bestehe und dass das Ziel des Drogenhilfekonzeptes und des geplanten Konsumraums eine Verbesserung der Situation sei.