TOP Ö 9.2.1: Regionalplanüberarbeitung, Modul III– Empfehlungen zur Darstellung neuer Siedlungsbereiche (ASB und GIB) als Optionen zur Weiterentwicklung der wachsenden Stadt

Geänderter Beschluss:
(Änderungsvorschlag wurde in der Sitzung mündlich von Herrn Schüler (Grüne) vorgetragen, von der Bezirksvertretung nach Aussprache mit der Vorlage beschlossen und im Nachgang bei der Schriftführung eingereicht)

  1. Der Rat beauftragt die Verwaltung, die in Anlage 1 aufgeführten Flächen der Bezirksregierung als Flächenvorschlag für die Neudarstellung von ASB- und GIB-Bereichen im Regionalplan zu übermitteln. Optionsflächen, welche eine besondere ökologische Funktion für die Stadt beinhalten (vgl. Tabelle 3), sind besonders gekennzeichnet. Die Abwägung der verschiedenen Belange bei der Diskussion über eine Ausweisung als Baufläche ist insbesondere vor dem Hintergrund des ausgerufenen Klimanotstandes weiterzuführen und ist nicht abgeschlossen.
  2. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass aufgrund des knappen Zeitrahmens die in der Vorlage benannten Flächen nach Herstellung der Verwaltungsmeinung an die Bezirksregierung übermittelt wurden, um dort die Weiterarbeit des Planwerks zu ermöglichen. Die Bezirksregierung Köln hat zugesichert, dass die von der Verwaltung eingebrachten Vorschläge eine entsprechende Kennzeichnung im Grobkonzept des Regionalplans erhalten.
  3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, der Bezirksregierung mögliche Änderungen des Flächenportfolios beim abschließenden Ratsbeschluss umgehend mitzuteilen und darauf zu achten, dass diese im weiteren Verfahren der Überarbeitung des Regionalplans entsprechend berücksichtigt und eingearbeitet werden.

 

Der Stadtbezirk Lindenthal hat in den vergangenen Jahren mit 25 % einen überproportional großen Anteil am Wachstum Kölns. Die Bezirksvertretung Lindenthal beschließt daher folgende Änderungen bzw. Ergänzungen:

 

  1. Grundsätzlich spricht sich die Bezirksvertretung Lindenthal dafür aus, dass angesichts der Klimaänderung vor dem Verlust von Freiflächen durch Ausweisung neuer Siedlungsflächen sämtliche Potentiale der Innenverdichtung ausgeschöpft werden. Ferner spricht sich die Bezirksvertretung für eine frühzeitige und intensive Bürgerbeteiligung bei der Stadtentwicklung aus, wie sie sich zum Beispiel im Rahmenplanungsgebiet Müngersdorf-Braunsfeld-Ehrenfeld, beim Landschaftspark Belvedere oder bei der Entwicklung des Radverkehrskonzept Lindenthal bewährt hat.

 

  1. Im Einzelnen empfiehlt die BV 3 dem Rat der Stadt Köln, die Verwaltung zu beauftragen, die in Anlage 1 aufgeführten Flächenvorschläge wie folgt abzuändern:

 

Fläche Junkersdorf

 

3-306-001 A ist für die Bezirksvertretung immer ein Schulstandort und keine allgemeine Siedlungsfläche. Es besteht die Gefahr, dass dieser Schulstandort zu Wohnungsbau bei einer Ausweisung als ASF verändert wird (siehe Ludwig-Jahn-Straße).

 

 

3-306-001 B wird abgelehnt, da Bestandteil des Grünzugs West und zur Verhinderung von städtebaulicher Fehlentwicklung durch Legalisierung heutiger Nutzungen.

 

Fläche Lövenich:

3-308-002-A: Die Flächengestaltung und Flächengröße orientiert sich an dem Beschluss der BV vom Januar 2015 mit ca 19,4 ha und entlang der geplanten Stadtbahntrasse / Randkanal. Es bleibt ein deutlicher Abstand zur Umgehungsstraße Lise-Meitner-Ring.

3-308-002 B: Neue Fläche: Der Zwickel zwischen Randkanal und Widdersdorfer Landstraße wird einschließlich der Hofanlage als ASF ausgewiesen mit einem Abstand von ca 130m von der L213 Lise Meitner-Ring (somit außerhalb der Klasse 5 stark klimaaktive Fläche) 

Flächen Widdersdorf:

3-309-003 wird entsprechend dem Beschluss der BV vom Januar 2015 wird in der Tiefe vergrößert bis zum Golfplatz, in der Längsausdehnung etwas zurückgenommen. 

3-309-005 ist abzulehnen, da sie den Freiraum-Korridor (lokale Kaltluftentstehungsgebiet) verengt und Fläche der Klasse 5 stark klimaaktive Flächen beansprucht und Teile der Ausgleichsfläche für Widdersdorf Süd überzieht. Dabei ist die in den gleichen Freiraum reinragende Planung der Stadt Pulheim zum Ausbau des Gewerbegebietes verschärfend einzubeziehen.  

3-309-006 ist Bestandteil des Regionalen Grünzugs „Landschaftspark Lövenicher Feld“ und wird daher abgelehnt.

Alle Flächen befinden sich in der Klasse 4 klimaaktive Flächen und daher sind die kommenden Planungen annähernd klimaneutral zu planen.

 

  1. Die Bezirksvertretung Lindenthal bekräftigt ihr 2015 beschlossenes Gesamtkonzept für die weitere Entwicklung im Kölner Westen für die Stadtteile Weiden, Lövenich und Widdersdorf und ersucht den Rat der Stadt Köln, durch eigenen Beschluss die nachstehenden Maßnahme wirksam werden zu lassen.

 

Verkehr

 

Motorisierter Individualverkehr

 

Das bestehende Straßennetz ist unverzüglich zu ertüchtigen.

 

Stadtbahn  

 

Die Linie 1 wird von Weiden/West entlang des Randkanals nach Widdersdorf und entlang der Straße „Unter Linden“ bis zur Endstelle Haus Rath verlängert.

Der Rat der Stadt Köln wird aufgefordert die Voraussetzungen beim NVR, bei der KVB und beim Land NRW zu schaffen, die Umsetzung dieses Vorhabens beschleunigt zu realisieren.

Eine Verbindung von der verlängerten Linie 1 nach Brauweiler ist vorzusehen und schnellstmöglich mit der Nachbargemeinde Pulheim abzusprechen.

 

 

Radwegenetz

 

Der neue Schulstandort in Widdersdorf/Lövenich und die neuen Wohngebiete werden mit einer attraktiven Radinfrastruktur an wichtige Zielpunkte (besonders ÖPNV, Einkaufen, Freizeit) angebunden.

 

 

 

 

Wohnen

 

Ein neues Wohngebiet ist in Widdersdorf-Ost die Fläche hinter dem „Neu-Subbelrather Hof“ entlang des Rad-/ Fußweges zu planen.

 

Eine weitere Fläche mit ca 19 ha für den Wohnungsbau ist nördlich des Randkanals in Köln-Lövenich zu planen. Durch die Trasse der Stadtbahn ist es möglich, Teile dieses Gebietes beidseits der Brauweiler Straße für Wohnungsbau zu nutzen.

 

 

Freiraum

 

Drei Freiraumkorridore sind zu realisieren: der schon beschlossene Grünzug West wird von Junkersdorf über Weiden-Süd bis zur Bonnstraße erstellt. Die Fläche entfällt somit für alle weiteren Optionen einer anderen Nutzung.

 

  1. In Verwirklichung des Konzeptes Regio Grün wird der Freiraum vom Landschaftspark Belvedere ab dem Golfplatz südlich von Widdersdorf beidseits des Lise-Meitner-Rings und der L213 festgesetzt und in Fortführung zusammen mit dem Rhein-Erft-Kreis bis zur Glessener Höhe geplant. Besonders die südliche Verbindung beidseits der L213n  (Lise-Meitner-Ring) und der L213 ist im Rahmen eines Wettbewerbs anzugehen. Die heutige nördliche Verbindung „Auf der Aspel“ / „Pilgerweg“ ist schon vorhanden und muss noch gestärkt werden.
  2. Die Flächen nördlich von Widdersdorf vom Randkanal bis zur Eisenbahnstrecke Pulheim-Köln werden als Freiraum ausgewiesen und mit Kiesseen gestaltet. In Gesprächen mit der Stadt Pulheim wird eine Weiterführung der Freiraumplanung auf das Stadtgebiet Pulheim angestrebt.

 

Die Ausgleichsmaßnahmen für den Bau der Stadtbahn, des Wohnungsbaus werden für die Gestaltung der Freiraumkorridore eingesetzt. 

 

Lövenicher Freiflächen

 

 

Der Park „Am Heidstamm“ wird errichtet.

 

Es sind für jede Freifläche Ausgestaltungen für Sport, Begegnung und Mehrgenarationen Aktivitäten zu prüfen.

 

 

 


Abstimmungsergebnis:

 

mehrheitlich beschlossen

 

mit 5-Nein Stimmen (4 SPD, 1 Grüne)